Bildungszentrum der Kreishandwerkerschaft
„Brücken Bauen“ Projektverlängerung

„Brücken Bauen“ Projektverlängerung

Ein Projekt für engagierte Arbeitsmarktintegration im Landkreis Vorpommern-Rügen

Das Projekt „Brücken Bauen“ wird im Rahmen des ESF Plus Programms 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
Plus der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

Vorwort

Der Landkreis Vorpommern-Rügen ist geprägt durch traditionelles Handwerk, Agrarbetriebe, Handel, Bauwirtschaft, Tourismus, Gesundheitswesen sowie zunehmend durch moderne Dienstleistungsangebote. Gleichzeitig steht die Region – wie viele ländlich geprägte Räume – vor erheblichen demografischen und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen.

Ein wachsender Anteil der Bevölkerung befindet sich im höheren Erwerbsalter. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass deutlich über ein Fünftel der Einwohnerinnen und Einwohner im erwerbsfähigen Alter in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden wird. Bereits heute ist der Fach- und Arbeitskräftemangel in vielen Branchen spürbar und stellt Unternehmen wie öffentliche Einrichtungen vor große Probleme.

Parallel dazu leben weiterhin viele Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung im Landkreis Vorpommern-Rügen. Auch mehrere Jahre nach den großen Zuzugsbewegungen – insbesondere infolge des Krieges in der Ukraine – besteht ein hoher Unterstützungs- und Beratungsbedarf. Ein erheblicher Teil dieser Menschen ist im erwerbsfähigen Alter, bringt berufliche Vorerfahrungen, Qualifikationen und Motivation mit, steht jedoch vor strukturellen Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

Dazu zählen unter anderem:

  • fehlende oder unzureichende Sprachkenntnisse
  • nicht anerkannte Berufsabschlüsse
  • mangelnde Kenntnisse des deutschen Arbeitsmarktes
  • Unsicherheiten im Umgang mit Behörden und rechtlichen Rahmenbedingungen

Der Rechtskreiswechsel und veränderte rechtliche Voraussetzungen haben die Anforderungen an Integrationsarbeit zusätzlich erhöht. Um nachhaltige Handlungsstrategien zu entwickeln, ist es notwendig, individuelle Unterstützungsangebote mit strukturellen und regionalen Rahmenbedingungen zu verknüpfen.

Integration ist dabei eine gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe, die nur im Zusammenspiel von Jobcenter, Bildungsträgern, Unternehmen, Kammern und weiteren regionalen Akteuren gelingen kann. Ziel ist es, vorhandene Potenziale zu erkennen, zu fördern und langfristig für den regionalen Arbeitsmarkt nutzbar zu machen.

Vor diesem Hintergrund setzen wir gemeinsam mit dem kommunalen Jobcenter Vorpommern-Rügen und weiteren Netzwerkpartnern die erfolgreiche Arbeit des Projektes „Brücken Bauen“ fort. Die positiven Erfahrungen und Ergebnisse aus dem bisherigen Projektverlauf zeigen, dass eine individuelle, praxisnahe Begleitung ein wirksames Instrument zur nachhaltigen Arbeitsmarktintegration darstellt.

Mit der Projektverlängerung wollen wir diesen Ansatz konsequent weiterverfolgen und ausbauen.

Ziel des Projektes

Ziel der Projektverlängerung ist es, bis zu 60 Teilnehmende individuell und bedarfsorientiert auf ihrem Weg in Ausbildung, Beschäftigung oder Qualifizierung zu begleiten und dauerhaft in den regionalen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Sprachkompetenz

Förderung und Stabilisierung der Sprachkenntnisse zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit im Alltag,
im Berufsleben sowie in Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.

Bildungszugang und -erfolg

Unterstützung beim Zugang zu Bildungs- und Qualifizierungsangeboten sowie Begleitung bei der Anerkennung
im Ausland erworbener Abschlüsse und Kompetenzen.

Arbeitsmarktintegration

Individuelle Beratung zur beruflichen Orientierung, Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche, Organisation von Praktika
sowie Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder Ausbildung.

Soziale Inklusion

Stärkung sozialer Netzwerke, Förderung gesellschaftlicher Teilhabe und Unterstützung bei der Integration in das soziale Umfeld des Landkreises.

Rechtssicherheit

Beratung zu aufenthaltsrechtlichen Fragestellungen sowie Unterstützung bei der Orientierung im deutschen Sozial- und Verwaltungssystem.

Interkulturelle Kompetenz

Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Teilnehmenden, Unternehmen und Institutionen sowie Sensibilisierung für kulturelle Vielfalt.

Durch diese Zielsetzungen soll eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben ermöglicht werden. Integrationshemmnisse sollen abgebaut, Chancengleichheit geschaffen und die Voraussetzungen für ein langfristig erfolgreiches Zusammenleben und Zusammenarbeiten gestärkt werden.

Zusammenarbeit mit Unternehmen

Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes ist die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen aller Größen und Branchen.
Ziel ist es, Betriebe bei der Beschäftigung von Geflüchteten zu unterstützen und Hemmschwellen abzubauen.
Hierzu gehören unter anderem:

  • individuelle Arbeitgeberberatung
  • Begleitung während Praktika und Beschäftigungsphasen
  • Organisation von Austauschformaten und Netzwerktreffen
  • Unterstützung bei administrativen und organisatorischen Fragen

Unternehmen werden als aktive Partner im Integrationsprozess verstanden.

Nachhaltigkeit des Projektes

Die im Projekt entwickelten Strukturen und Erfahrungen sollen langfristig wirksam bleiben.
Nachhaltigkeit wird insbesondere erreicht durch:

  • kontinuierlichen Austausch in Präsenz- und Digitalformaten
  • Öffnung und Verstetigung von Netzwerken
  • Entwicklung bedarfsorientierter Schulungs- und Qualifizierungsangebote
  • Sensibilisierung des sozialen und betrieblichen Umfeldes der Teilnehmenden
  • Stärkung regionaler Kooperations- und Netzwerkstrukturen
  • Einsatz von Multiplikatoren zur Verbreitung der Projektergebnisse

Praktika spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen einen gegenseitigen Kennenlernprozess zwischen Teilnehmenden und Unternehmen und schaffen die Grundlage für ein konstruktives Arbeitsverhältnis.
Ein Gefühl des Ankommens und Dazugehörens ist eine wesentliche Voraussetzung für eine langfristige Perspektive im Landkreis Vorpommern-Rügen.

Das Projekt wird in der Zeit vom 15.11.2025 bis 14.11.2026 durchgeführt.

Ansprechpartner

Projektleitung / Integrationscoach

Frau Arleta Wegner | Mail: arleta.wegner@bzk-bildung.de | Tel.: 0176 15613695

Projektmitarbeiter / Integrationscoaches

Frau Irina Fischer | Mail: irina.fischer@bzk-bildung.de | Tel.: 0151 26101930
Frau Lea-Sophie Groschopp | Mail: lea-sophie.groschopp@bzk-bildung.de | Tel.: 0151 25397629

Downloadmaterial

Laden Sie sich hier unseren Projektflyer herunter.